Die andauernde COVID-19-Pandemie hat als Definitionspunkt der modernen Finanzmärkte gedient.

Die US-amerikanischen und globalen Indizes sind nach einem anfänglichen Rückgang im März nahe an ihren Höchstständen angelangt, auch wenn die Virusopfer, die weltweiten Unruhen und die Arbeitslosigkeit weiter andauern. Um dem entgegenzuwirken, haben einige milliardenschwere Fondsmanager wie Paul Tudor Jones die Instabilität der globalen Märkte ausgerufen und Bitcoin-Futures als Absicherung gegen eine mögliche Hyperinflation gekauft.

Jetzt fängt ein Fondsmanager mit einem Rating von 22 Milliarden Dollar an, neben Gold auch Kryptowährungen als Absicherung zu empfehlen, und zwar aus zahlreichen Gründen, abgesehen vom Währungsrisiko.

Keine Staatsanleihen, Bitcoin kaufen

Paul Britton, CEO von Capstone Advisors in New York, glaubt, dass die jahrzehntelange Strategie, Staatsanleihen zu halten, um das Aktienrisiko auszugleichen, möglicherweise ihren Lauf genommen hat. Sein Hauptgrund: Die US-Notenbank senkte die Zinssätze auf Null und ermöglichte vielen den technisch „freien“ Zugang zu Geld, um schließlich Aktien zu kaufen und Märkte zu pumpen.

Die Veränderung hat enorme Auswirkungen. Fiat-Währungen wie der US-Dollar waren der Inflation und langfristigen Risiken ausgesetzt. Berichte deuten auch darauf hin, dass die Aktienmärkte jetzt von Einzelhändlern statt von Hedge-Fonds und Banken dominiert werden, was zu Verwerfungen bei den Preisen und zu einer Abweichung vom fundamental abgeleiteten inneren Wert führt.

Einige Institutionen haben bereits damit begonnen, Bitcoin und Ether zu lagern, vermutlich zur Risikoabsicherung:

Ryan Sean Adams – rsa.eth 🏴

@RyanSAdams

Pensionskassen, Family Offices, Berater & Hedgefonds…das sind die Institutionen

Und die Institutionen sind hier:

– 27% besitzen Krypto (in den USA)

– 45% eigener Krypto (in Europa)

Von diesen:

– 25% eigene Bitmünze

– 11% besitzen Äther

Ich erwarte, dass sie sich in den kommenden Monaten verdoppeln werden.

17:30 Uhr – 9. Juni 2020

Da sie jedoch keinen Zugang zu den modernsten Risikoinstrumenten haben, die von institutionellen Anlegern angewandt werden, sind die Einzelhändler „schutzlos“ geblieben und haben außer Aktienoptionen auf IB oder Robinhood kaum etwas, um sich vor Risiken zu schützen. Auch Hedge-Fonds stehen vor Schwierigkeiten – der Mangel an positiven Renditen von Staatsanleihen hat ein prosperierendes Umfeld zu einem weit entfernten Traum werden lassen.

Britton stellt fest, dass der alte 60/40-Portfolio-Ansatz – bei dem Staatsanleihen als Versicherung gegen Aktienrisiken dienen – in eine „doppelte Gefahr“ geraten ist. Sterbende oder negative Renditen haben Aktien als einzige Quelle für Kapitalgewinne übrig gelassen. Und letzteres ist nun ebenfalls in Gefahr.

Angesichts der mangelnden Diversifizierung hat Britton einige Ratschläge für private und institutionelle Anleger gleichermaßen; kaufen Sie Gold, Kryptowährungen und bleiben Sie in bar. Er stellte fest:

„Asset-Allokatoren werden über Alternativen zu Anleihen nachdenken müssen, einschließlich Bargeld, Gold, Kryptowährungen und explizite Volatilitätsstrategien – wie Put-Optionen, die Aktien direkt absichern – mit denen sie möglicherweise weniger vertraut sind.

Bitcoin-Volatilität bleibt ein Schwindel

Britton stellt fest, dass es Vor- und Nachteile für den Kauf von Kryptowährungen gibt, vermutlich großkapitalisierte wie Ether und Bitcoin, die als effektive Absicherung dienen sollen.

Zum einen hat die berüchtigte Volatilität von Bitcoin viele – einen Fonds im Stich gelassen. Massive Preissenkungen für Bitcoin am „Schwarzen Donnerstag“ führten dazu, dass einige Krypto-Investoren bis zu 98,5 Prozent ihres ursprünglichen Kapitals verloren.

Wie CryptoSlate in der vergangenen Woche berichtete, äußerte der ehemalige Gouverneur der chinesischen Zentralbank eine ähnliche Meinung. Sie merkte an, dass Bitcoin ein „kommerzieller Erfolg“ für die Blockkettentechnologie sei, aber seine Volatilität habe sie als Währung möglicherweise „im Stich gelassen“.

Unterdessen hat die Volatilität nicht alle Investoren abgeschreckt. Paul Tudor Jones II, der berühmte Milliardärsfondsmanager, investierte letzten Monat über 70 Millionen Dollar in Bitcoin-Futures. Andere, wie Jim Simons von der berühmten Renaissance Technologies, sollen ebenfalls den Krypto-Markt im Visier haben, um die Volatilität einzufangen und von ihr zu profitieren.

Ein Teil der Anziehungskraft von Bitcoin besteht darin, verrückte, einmalige Erträge zu ernten. Der andere Teil ist jedoch etwas unheimlicher. Wie Jones es ausdrückt, bietet Krypto eine definitive Absicherung gegen den „massiv“ aufgeblähten Aktien- und Devisenmarkt.